bekam 2016 den Nobelpreis für die Entdeckung und Beschreibung der Autophagie. Das bedeutet Selbst-Essen; der Körper benutzt seine eigenen Bestandteile um sich zu erneuern.
Wenn wir längere Zeit keine Proteine und Kohlenhydrate zu uns nehmen, beginnt in unserem Körper etwas Wunderbares: Innerhalb der Zellen beginnt ein Reparaturprozess.
Während der Körper die Fettreserven als Energielieferant nimmt, beginnt die Körperzelle, nach neuen Rohstoffen zum Umbau und Aufbau der Zelle zu suchen. Dazu entstehen säckchenartige Hüllen, die alles umschließen, was die Zelle nicht braucht. Fehlgefaltete Proteine, abgestorbene oder funktionsunfähige Zellbauteile, Krankheits-Erreger, Viren, alles, was nicht oder nicht mehr in die Zelle gehört, wird eingesammelt. Diese Säckchen nennt man Autophagosomen. Sie transportieren die eingesammelten Teile zu den Lysosomen. Das sind Zelleinheiten, die die angelieferten Teile fein säuberliche in neue Zellbausteine zerlegen und auch Energie für den Umbau bereitstellen.
Während der normalen Körperfunktion sind die Autophagosomen recht wenige. aber nach 24 Stunden Fasten haben sie sich um 300% vermehrt, nach 48 Stunden um nochmal 30%. Das bedeutet, dass während des Fastens zum Zellaufbau nicht unbedingt Nährstoffe von außen zugeführt werden müssen. Beim Fasten erneuert sich nicht nur die Zelle selbst, sie bekämpft sogar bösartige Viren und Krankeits-Erreger und wandelt diese in Zellbausteine um.
Es wurde auch festgestellt, dass Alzheimer und Parkinson Krankheiten sind, bei denen die Autophagosomen an ihrer Arbeit gehindert wurden. So scheint Fasten ein geeignetes Mittel zur Verhinderung dieser Krankheiten zu sein - möglicherweise gar zu Linderung.
Die Autophagosomen sind nur ein kleiner Teil des Eiweißstoffwechsels, der speziell in den Körperzellen stattfindet. Außerhalb ist ein anderer Prozess vorzufinden. Ständig sterben Zellen ab und werden neu aufgebaut, dabei werden vor allem Bausteine Alter Zellen für den Bau neuer verwendet.
Der Körper setzt 300 bis 400 Gramm Eiweiß am Tag um, gebraucht werden jedoch nur rund 30 Gramm. Der restliche Umbau und die Erneuerung geschehen innerhalb des Körpers. Beim Fasten reduziert sich sogar der Eiweiß-Verbrauch auf nur 15 Gramm am Tag. So ist es vorstellbar, dass während des Fastens Muskeln erhalten oder sogar aufgebaut werden.
Was geschieht mit dem Rest der gegessenen Proteine, die nicht für den Körperaufbau gebraucht werden? Sie werden zu Glukose als Energielieferant umgebaut.
Während des Fastens und Abnehmens hat der menschliche Körper noch weitere Eiweiß-Reserven: seine Haut und das Bindegewebe sind nun mehr, als er braucht. Im Zustand des Fastens (aber nicht des kalorienreduzierten Hungerns) kann der Körper nun diese Haut straffen und die Bausteine für andere Bereiche verwenden.
Wer kalorienreduziert fastet, verliert Muskeln und lässt an den ehemaligen Fett-Stellen des Körpers Hautsäcke zurück. Der zu hohe Insulinspiegel verhindert den Stoffwechsel in den Haut- und Muskelzellen. Wer aber richtig fastet, der erhält seine Muskeln und strafft zugleich seine Haut.
Wie Bären im Winter kann der Mensch lange von seinem Körper leben und erhält ihn dabei gesund. Und wie Bären und andere Wildtiere bleibt der Mensch dabei wach und fit. Eisbären können nach monatelangem Fasten blitzschnell reagieren und jagen. Kaum vorstellbar für Menschen, die alle par Stunden etwas essen müssen. Doch auch sie können ihre Bärenkräfte reaktivieren, wenn sie nur wollen.
https://www.nobelprize.org/prizes/medicine/2016/press-release/
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen