Sonntag, 4. November 2018

F12 - Warum FdH = kalorienreduziertes Abnehmen - nicht wirklich funktioniert.

"Ich esse fast gar nichts und nehme doch nicht ab!" ist die Klage vieler Schlank-Wünscher. Es stimmt tatsächlich - Menschen die ihre Kalorienaufnahme reduzieren, können oft nicht abnehmen.

Was steckt dahinter?

Normal-Diätende suchen sich meist Nahrungsmittel heraus, die wenig Kalorien haben und verteilen diese über den ganzen Tag in kleine Häppchen, weil ja immer wieder der Hunger kommt. Weil Fett viele Kalorien hat, verzichtet man darauf und isst Kohlenhydrate und Proteine.

Was geschieht nun im Körper damit? Dicke Menschen haben von Natur auf einen recht hohen Glukose- und damit auch Insulin-Spiegel. Durch die ständige zufuhr an Kohlenhydraten bleibt dieser recht hoch, auch während des Fastens. Das zugenommene Protein wird auch noch in Glukose umgewandelt. Und weil das nicht reicht, wird sogar Muskeleiweiß in Glukose umgebaut. Wenn man abnimmt, dann an den Muskeln an Po, Beinen, Brust und Schultern. Das ergibt dann den sogenannten Biafra-Body: Dicker Bauch und dünne Beine und Arme.

Nur ans Fett geht es nicht, denn der Insulin-Spiegel ist zu hoch. Hoher Insulinspiegel bedeutet: Die Fettzellen geben keine Fett zum Verbrennen ab.

Für den Körper ist das eine Katastrophe: Er spürt den Mangel und fährt den Verbrauch herunter: Die Körpertemperatur sinkt; man friert. Die Verwertung der Nahrung im Darm wird intensiviert. Die  Gehirntätigkeit wird reduziert, man fühlt sich schlapp und müde. Auch kann man sich nur schwer zu körperlicher Tätigkeit aufraffen. Und die Körperzellen melden eine ständige Unterversorgung. Die Folge: Ein ständig nagendes Hungergefühl trotz andauernder kleiner Mahlzeiten. Eine Langzeit-Folter der besonderen Art.

Hier sieht man den Kalorienverbrauch und die Aufnahme einer Patientin von Dr , die zuerst 800 kcal pro Tag aufnahm und auch nur verbrauchte.

ketogenic diet and intermittent fasting

Nach Umstellung auf Keto-Ernährung mit niedrigem Kohlenhydrat-Anteil und Fettverbrennung verdreifachte sich der Kalorienverbrauch und sie nahm ab. Der Insulinspiegel sank und die die Fettzellen konnten sich auf Fettverbrennung umstellen.

In diesem Fall war die Abnahme mit rund einem US-Pfund (von 450 Gramm) pro Woche recht niedrig. Wir wissen, dass bei vollem Fasten 300 bis 500 Gramm an einem Tag erreicht werden kann. Auch hier ist der gleiche Mechanismus am Werk: Der Insulin-Spiegel sinkt und die Körperzellen können Fett verbrennen - und zwar jetzt mit voller Kraft. Und auch hier gibt es keine langfristigen Hungergefühle, denn die Körperzellen werden mit allem Notwendigen versorgt.

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